Freitag, 29. Mai 2009

Tag 16


Im Flughafengebäude gab es nicht nur Stewardessen in knappen Kleidchen sondern auch Zollkontrollen!
Diese ermöglichten uns noch einmal unser gesamtes Gepäck zu öffnen und diverse Gegenstände (welche nicht vom typischen Mallorca - Urlauber mitgeführt werden) auszupacken. Auch hier ein hektisches Treiben, die Nachfrage ob wir Polizisten wären und nach 30min die Erkenntnis, dass alles mitfliegen kann. Als wir dann im Abflugbereich darauf warteten, dass wir zusteigen können fiel auf, dass offensichtlich Flüssigkeiten im Handgepäck keine Rolle spielten.
In Europa undenkbar und hier stört es niemanden, dass man 1l Wasserflaschen mitführt. Auch nicht wenn der Flug nach Europa geht.

Die 4,5h Flug wurden durch das Boardpersonal so angenehm wie möglich gestaltet. Es gab Bier und auch ein warmes Frühstück.

Der Lufthansa Airbus A-321-200 Bergheim brachte uns schließlich sicher zum Flughafen Frankfurt am Main. Hier kam dann auch tatsächlich das gesamte Gepäck an und wir konnten dann auch mehr oder weniger zügig den bestellten Mietwagen in Besitz nehmen. Der Teamchef fuhr uns dann mit nur einer Pause beim Fast Food Händler unseres Vertrauens und einen Tankstopp durch grüne Wälder und saftige Wiesen nach Bischofswerda. Nach 27h auf den Beinen trennten sich hier wieder unsere Wege...

Leserumfrage zum rätselhaften Bild

Die Leserumfrage endet am Montag den 01.06.09 und es wird in den darauf folgenden Tagen der Sieger bekannt gegeben.

Wir haben übrigens offiziell den Platz Vier bei der Allgäu Orient Rallye belegt.
Wie auch alle anderen Teams die nicht auf Platz Eins, Zwei oder Drei gelangt sind.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Tag 15




Dies ist der längste Tag unserer Reise denn er wird nahtlos in den Tag 16 übergehen.
Auch der vorerst letzte Morgen im Orient war bestimmt durch Fladenbrot, Marmelade, Oliven, Gurkenscheiben, Tomate und Käse. Und Eier. Allerdings hat nur ein Teammitglied gewagt diese zu essen. Der Geruch, die Farbe und der Geschmack haben alle Anderen davon abgehalten.

So gestärkt machten wir uns auf den Weg um uns etwas in Amman umzuschauen.
Der Weg führte uns unweit des Hotels zum Römischen Theater welches noch heute für Aufführungen genutzt wird.
Von da aus ging es etwas mühsam hinauf auf den Zitadellenhügel. Hier fanden wir Bauwerke aus dem 8. Jahrhundert. Es war sehr beeindruckend denn die Ursprünge der Bebauung gehen bis auf Alexander den Großen zurück. Wir nahmen uns die Zeit und schauten uns im angrenzenden Museum verschiedene Fundstücke aus Amman und Umgebung an. Diese finden teilweise ihren Ursprung in der Steinzeit.

Nach dieser zeitgeschichtlichen Tour leerten wir unsere Vorräte an Lebensmittelkonserven und "drehten" ein paar Runden durch die Stadt. Auch hier bemerkten wir, dass wir im Vergleich zum ortsüblichen Strassenbild ein etwas älteres Auto als üblich fuhren. Das hatten wir nicht unbedingt erwartet. Der hohe Einfuhrzoll für Gebrauchtwagen ist also keine Fiktion, sondern gestaltet maßgeblich das Straßenbild.

Um für unsere Lieben noch das ein oder andere Souvenier zu bekommen, besuchten wir zur späteren Stunde einen der größten Suqs von Amman. Hier hieß es dann um einen guten Preis feilschen. Alles nach dem Motto: "You are my friend!" Mit viel Charme, Überzeugungskraft und Ausdauer gelang es uns gegen 22:30 Uhr den Suq zu verlassen.

Vorbei an vielen Militärfahrzeugen erreichten wir eine Stunde später den Queen Alia International Airport. Hier sollten wir laut OK den Wagen mit steckenden Zündschlüssel abstellen. Dies erwies sich nicht nur aus der Tatsache schwierig, dass seit unserem Start ein Schraubenzieher den Zündschlüssel ersetzt hat, sondern auch weil mehrere parkende Rallyefahrzeuge den Unmut der örtlichen Parklplatzwächter und der Polizei auf sich zogen.

Parken war nur eine Stunde erlaubt. Wie wir später erfuhren stehen wohl verschiedene Wagen seit über 2 Jahren auf dem Flughafenparkplatz. Die Aufregung war also verständlich und nachdem die strengen Polizeibeamten hecktisch telefonierend von dannen zogen konnten wir uns mit den Parkplätzwächtern einigen. Zum Schluß gab es für alle Kaffee, wir bekamen Sitzgelegenheiten auf den Parkplatz gebracht und parkten natürlich auch den Wagen nach den Wünschen der Einheimischen um. Dies ermöglichte dann auch zwei Teammitgliedern eine kurze Fahrt in einem örtlichen Taxi.

Somit ging der Tag 15 entspannt und vorallem nahtlos in den Tag 16 über.

Tag 14


Unsere Reise neigt sich so langsam dem Ende. Ein Tag am Strand relaxen und schnorcheln lag hinter uns. Nicht all zu früh am morgen erwachten wir mehr oder weniger ausgeschlafen. Dies lag wohl auch an dem teilweise großflächigen Sonnenbrand den sich einige der stattlichen Oberlausitzer zugezogen hatten. Doch das gesponserte Panthenolspray konnte zumindest kurzzeitig für Linderung sorgen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir unsere Reise in Richtung Saudi-Arabien um auf die Schnellstrasse nach Petra zu gelangen.
Die Stimmung war gut und wir tranken unsere letzten Bierreserven, die wir (dank des netten Hoteliers) in dem Hotelkühlschrank auf eine sehr angenehme Trinktemperatur gekühlt hatten.

Vorbei an einem Ölterminal und an unendlich vielen Tanklastern (zeitweise fühlte sich unser tadt Petra.Teamchef und Fahrer in den Film "Duell" hineinversetzt) fuhren wir durch eine beeindruckende Wüsten - und Felsenlandschaft. Kamele auf dem mittleren Grünsteifen, Ziegen auf dem Randstreifen trugen das Übrige dazu bei.

Kurz bevor die Sonne ihren Zenit erreichte, erreichten auch wir unser Tagesziel. Die Felsens

Bereits 9000 v. Chr. war diese Stadt dauerhaft besiedelt und entwickelte sich vom 5. Jahrhundert vor Christus bis zum 3. Jahrhundert nach Christus zu einem bedeutenden Handelsknoten auf der Weihrauchstraße. Diese uralte Handelsroute führt vom Mittelmeer bis in den Jemen. Im 12.Jh waren die Kreuzfahrer die letzten Europäer welche diese Stadt als Außenposten nutzten. Nach dem Ende der Kreuzzüge geriet die Stadt mehr und mehr in Vergessenheit und wurde ausschließlich von einheimischen Stämmen bewohnt.

1812 wurde Petra von einem schweizer Orientreisenden wiederentdeckt. Weitere 100 Jahre später fanden die ersten Ausgrabungen statt. Seitdem finden sich immer wieder Archäologen aus aller Welt in Petra ein, um diesen Ort weiter zu erforschen.

1989 wurde Petra durch den Kinofilm "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" weltweit bekannt.

Voller Eindrücke und mit großen Durst verließen wir zum späten Nachmittag diesen geschichtsträchtigen Ort. Hier trafen wir auch zufällig eine Menge der Rallyeteams, welche sich für das vom OK organisierte Anschlussprogramm entschieden hatten.

Zum frühen Abend erreichten wir dann Amman und kamen im gleichen Hotel (und Zimmer) wie vor 2 Tagen unter. Auch der Preis war, zum Erstaunen aller Beteiligten, identisch. Der Weg nach Amman war geprägt durch einen leichten Sandsturm, durch Kamele und Ziegen auf einem Pickup und durch allerlei Militärpräsens.
Doch der graue Wagen schlug sich tapfer und glänzte weiterhin mit einem absolut mängelfreien Auftreten. Hier konnten wir höchste deutsche Ingenieurskunst am eigenen Leib (nicht zuletzt durch die Klimaanlage) erfahren.

Nachdem der Sonnenbrand behandelt, eine riesige Heuschrecke getötet und auch das noch im Wagen gefundene Bier (schnell) ausgetrunken war fiel das Lusatia Superior Racing Team in einen himmlischen Schlaf. Gedanklich bereits bei dem bevorstehenden laaangen nächsten Tag.





Donnerstag, 14. Mai 2009

Leserfrage


Um die Leser auch etwas geistig zu fordern, haben wir uns ein kleines Bilderrätsel einfallen lassen. Der orginellsten Antwort in den Kommentaren winkt ein gerahmtes und signiertes Teamfoto.

Was soll uns das obere Verkehrschild sagen?

Tag 13





Der heutige Tag steht unter dem Zeichen Entspannung. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Blick auf das rote Meer gingen wir direkt zum Strand. Der nette Gastgeber verlieh uns preisgünstig 4x Schnorchelausrüstung und so konnten wir direkt in die Fluten stürzen.

Nur etwa 4m vom Ufer entfernt beginnt ein unglaublich schönes Korallenriff. „Japanese Garden“ zu unserer Rechten und „Goraonia 1&2“ zu unserer Linken. Es bot sich eine atemberaubende Unterwasserwelt und wir konnten auch das ein oder andere Andenken aus den Tiefen mit an den Strand bringen. Natürlich ausschließlich verlassene Muschelgehäuse, Münzen oder auch eine versteinerte Qualle.

Nach dem Tauchgang war dann Körperbräune aufbessern angesagt. Die Nähe zur Saudi Arabischen Grenze (5 km) und die Vorsaison sorgten dafür, dass der Strand fast Menschenleer war. Trotzdem gelang es einem Teammitglied immer wieder die Neugierde der Einheimischen auf sich zu ziehen.

Am Hotelpool ließen wir dann bei einer Dose kühlem Bier den Tag ausklingen.

Tag 12




Der 12. Tag sollte nun unsererseits etwas gelassener angegangen werden. Der zweite Anlauf zum Bad im Toten Meer mehr stand nach spätem Aufstehen (9.00 Uhr) und guten Frühstück auf dem Programm.

Gegen 13.00 kamen wir auch am tiefsten Punkt der Erdoberfläche (~ 380m unter NN) an. Das extrem salzhaltige Wasser sollte nach unseren Reiseführern für erheblichen Auftrieb sorgen und ein Untergehen unmöglich machen. Da der überwiegende Teil des Teams bei genauerer objektiver Betrachtung doch nicht unerheblich durch die Wohlstandsgesellschaft gezeichnet scheint, waren wir skeptisch, ob dies nicht doch zum Untergang führen würde. Aber tatsächlich hielt das salzhaltige Wasser – welches doch extrem brennend und schmerzhaft in Augen und bei offenen Wunden war – selbst die pfundigsten Lausitzer über Wasser. Auch der heilenden Wirkung des Schlammes des Toten Meeres ging ein weiter Ruf voraus, sodass wir uns ebenfalls eine ordentliche Schlammpackung gönnten.

Gegen 16.15 Uhr setzten wir uns dann in Richtung Aquaba zum Roten Meer in Bewegung. Über schönste Wüstenlandschaften hinweg und an Kamelkarawanen vorbei hatte diese Reise doch ein ganz besonderes Flair. Man bemerkte auch, dass man sich unweit der Grenzen zu Israel, Ägypten und Saudi Arabien befand, da wir doch einige scharf bewaffnete „Check-Points“ im Wüstengebiet passierten. Aber „Germans“ sind hier stets „welcome“, sodass wir diese Punkte ohne Verluste hinter uns ließen.

Gegen 20.00 Uhr trafen wir dann in Aquaba ein und fanden auch recht schnell eine gute Unterkunft unweit des Roten Meers, die uns für zwei Nächte Unterschlupf gewähren sollte. Mit einem Stadtrundgang in Aquaba, einem Besuch des örtlichen Freilufttheaters und Eindrücken des abendlichen Markttreibens ließen wir den Abend langsam ausklingen.

Tag 11

Am heutigen Tage schrillte der Wecker bereits um 6.00 Uhr in der Frühe. Wir wollten die syrisch-jordanische Grenze vor den anderen Rallyeteams nehmen, um lange Wartezeiten zu verhindern. So rollten wir dann auch pünktlich 7.15 Uhr ohne Frühstück und mit knurrenden Mägen vom Parkplatz unserer Herberge. Frohlockend über die leeren und ungewöhnlich hupkonzertarmen Straßen sahen wir uns schon gegen 8.00 Uhr an der Grenze. Dies stellte sich jedoch schnell als Trugschluss heraus, denn wir hatten die Rechnung ohne das planlose Wirrwarr der syrischen Hauptstadt gemacht. Der nicht verständliche bzw. geordnete arabische Schilderwald stimmte nicht mit unserem Kartenmaterial überein und so fanden wir uns recht bald in einer zwar malerischen aber uns nicht bekannten dörflichen Gegend weit vor den Stadttoren von Damaskus ohne wirklichen Anhaltspunkt wieder.

Aber auch half uns die freundliche und neugierig gewordene Bevölkerung. Ein überaus hilfsbereiter Bewohner, der – wie das Lausitzer Zweitfahrzeug feststellen konnte – seine Pistole in flotter John-Wayne-Manier lässig im hinteren Hosengürtel trug, stieg flux und ohne zu zögern bei und ins Führungsfahrzeug ein und wies uns ca. 35 km zielsicher den Weg zur Autobahn gen Grenzübergang.

Diese erreichten wir dann auch fast pünktlich um 10.30 Uhr. Das frühe Aufstehen hatte sich also gelohnt, denn wir waren nicht das letzte Team, das die jordanische Grenze um 17.30 passieren durfte, sondern das vorletzte! Dies wiederum sorgte beim Schlusslicht für einigen Unmut.

Davor lagen 5 Stunden unverständlicher Behördenwege, um insbesondere an alle Stempelchen des syrischen Zolls zu kommen. An der folgenden jordanischen Grenzabfertigung nahm uns dies glücklicherweise das einheimische Rallye-Organisations-Komitee ab, sodass wir „nur“ (ab-)warten mussten.

Wir verabschiedeten uns also ein letztes Mal von den uns schon liebgewonnenen allgegenwärtigen Großplakaten des syrischen Präsidenten, um sofort auf jordanischer Seite solche des einheimischen Königshauses wiederzufinden, wobei uns schon bei Einreise freudig mitgeteilt wurde, dass Jordanien ja „a free country“ sei…

Diese Freiheit genießend zog es uns nun zur letzten Prüfung des offiziellen Teils der Rallye. Diese sah Rennen mit Zeitnahme in der jordanischen Wüste vor. Dabei galt es schnell einige Hindernisse zu umkurven. Diese Aufgabe wurde unsererseits unter mächtigem „Staubaufwirbeln“ mit Bravour gemeistert.

Die darauf folgenden Wüstenrunden im Freistil überstand unser „Sorgenkind“ jedoch nicht. Der Kühlerstutzen hielt den Strapazen nicht stand und brach. Dies bedeutete das vorläufige Todesurteil für den liebgewonnenen grünen Teamkollegen. Dieser musste nun unter Tränen des Abschieds in der Wüste zurück gelassen werden. Er wurde übergeben und wird in den nächsten Tagen für den guten Zweck verkauft … Ebenso wurde Korki – unsere Korkenzieherweide – übergeben und wird ab nun ein neues zu hause in der jordanischen Erde haben.

Unser Silberner hatte also ab diesem Zeitpunkt zwei weitere stattliche Recken und etwas mehr an Gepäck an Bord. Es hieß also: zusammenrutschen auf der Rückbank …
Mit also nunmehr nur einem Wagen sollte es nun gegen 18.15 Uhr noch ans Tote Meer zum Hotelsuchen und natürlich Baden gehen. Aufgrund der fürstlichen Unterkunftspreise auf Öl-Scheich-Niveau rund ums Tote Meer entschieden wir uns „kurzer Hand“ gegen 22.00 Uhr doch im nahe gelegenen Amman eine Unterkunft zu suchen. Gegen 22.30 Uhr hatten wir dann auch eine fürstliche Residenz gefunden, die wir uns lediglich mit einigen Schabenuntermieterinnen im Bad teilen mussten.

Nachdem wir uns noch einen Mitternachtssnack einheimischer Art beim örtlichen Fastfood-Verkäufer um die Ecke organisiert hatten, - (es stellte sich später als gebratene Leber in Teigtaschen heraus, woraufhin einige Lausitzer sich entschieden zu fasten und nur das allabendliche türkische Efes zu genießen) – ging es in die verdiente Nachtruhe …

Tag 10





Glücklicherweise an diesem Tag nicht mit dem ersten Ruf des Muezzin wach geworden, begannen die fünf Lausitzer Jungs ihren Tag um 9.30 Uhr Ortszeit mit einem üppigen Frühstück und über die Damaskuser Altstadt blickend.

Daran schloss sich ein beeindruckender Spaziergang durch die altehrwürdigen Straßen und Suqs der syrischen Hauptstadt an. Dieser startete bei bestem Wetter an der Zitatelle (Burganlage). Trotz Jahrzehnte währender Bau- und Restaurierungsarbeiten gewährte uns diese keinen Einblick (mehrere Stadtführer – beginnend mit Erscheinungsjahr 1995(!) – sagten uns dies bereits voraus). Unser Streifzug durch die Jahrhunderte und in die kulturelle Vielfalt ließ uns noch in zahlreichen Moscheen, Museen und weiteren Wahrzeichen vergangener Epochen verharren.

Danach versuchten wir – zunächst ohne Erfolg – etwas zum Stillen des Hungers zu finden. Gut gestärkt durch eine lokale Spezialität des handlungsfreudigen Lokalbesitzers, gönnten wir uns eine 1,5-stündige Siesta, auch um einige Grüße in die Heimat zu senden.

Mit den sächsisch-schlesischen Gefährten aus Görlitz trafen wir uns danach zur abendlichen Erkundungstour durch die Innenstadt und der örtlichen Gaststättenszene. Diese gab uns nach langem Fußmarsch und einigem Suchen den ersehnten Genuss zweier heimatlich-bekannter Hopfenspezialitäten, die es vorwiegend nur im Christenviertel gibt.

Zuvor wurde bereits köstlich gespeist. Einigen Teammitgliedern bescherte dieser Hochgenuss jedoch - höchstwahrscheinlich - in der Nacht bzw. am nächsten Morgen einige tolle Minuten auf dem nun nicht ganz so stillen Örtchen. Aber dank den Mitgaben unseres Sponsors – der Regenbogen Apotheke – war dieses Problem kurz darauf geklärt.

Mit Musik der Militärkapelle und passendem Video des lokalen syrisch-pazifistischen Musiksenders - (gibt es jetzt auch als Klingelton) - ließen wir uns darauffolgend in den Schlaf wiegen …

Tag 9




Wir begannen den neuen Tag in aller Ruhe mit einem ausgiebigen Frühstück, auch der temporäre Stromausfall konnte uns nicht daran hindern. Nachdem in Ruhe zusammengepackt war, ging es für ein kurzes Stück hinein in die Wüste.

Wir fuhren eine große Runde um die Burg in Palmyra, die Wagen machten sich auch über Stock und Stein prächtig, wobei ein Halt eingelegt wurde und zwei Teammitglieder das blechende Gefährt für einige Kilometer gegen ein Wüstenschiff (Kamel) tauschten. Eines davon zeigte sich besonders störrisch und wollte den sächsischen Gast nicht mehr gehen lassen. Ganz klar, war ja auch ein Casanova.

Nach einigen nachträglichen Verhandlungen über die Unkosten dieses Ausrittes besichtigten wir die angesprochene Zitadelle vom Nahen. Der einheimische Burgführer erklärte uns auf arabisch - und glücklicherweise mit Händen und Füßen - die Geschichte und die verschiedenen Einrichtungen dieser durch die Zeichen der Zeit geprägten Burganlage.

Danach besuchten wir die Oase „Kathans Garten“ und bestiegen - zumindest der schwindelfreie Teil des Teams - die örtliche metallene Wetterstation, wovon man einen herrlichen Ausblick über die Palmen der Oase hinweg über die Ruinen des alten Palmyra hatte.

Diese waren – nachdem wir mit Tee und Datteln vom äußerst gastfreundlichen syrischen Jörg Kachelmann bestens versorgt wurden – unser nächstes Ziel. In der beeindruckenden zerfallenen steinernen Stadt wandelnden wir zwischen vorbeifahrenden Motorrädern (!) der örtlichen Händler über die alten zumeist römischen Ruinen …

Daraufhin sollte uns nach Tankstopp der Weg schnellstmöglich nach Damaskus führen. Unser grünes Sorgenkind bekam noch einmal etwas Bremsflüssigkeit und Korki etwas Licht und frisches Wasser. Einige Kilometer später wurde deutlich, dass sich der Bremsweg des „Grünen“ auf Schotterstraße doch erheblich verlängert hatte. Deutlichstes Zeichen dafür war eine zerstörte rechte Nebelleuchte vorn rechts beim „Grünen“ und auf gleicher Höhe eine Beule bei unserem Führungsfahrzeug an der Heckklappe. Dies hieß für unsere findigen Mechaniker, dass der hintere Bremskreislauf nun abgeklemmt werden müsste. Dieses wurde sofort in die Hand genommen. Ab jetzt sollte die Bremse keine größeren Probleme mehr machen, aber trotzdem für gelegentliche Adrenalinstöße bei den Insassen des "Grünen" sorgen.

Nach dem Entlüften der Bremse wurde neue Bremsflüssigkeit benötigt. Woraufhin zwei Teammitglieder sich um deren Organisation bemühten. Die nahe Tankstelle hatte dies natürlich nicht vorrätig. So hieß es zurück nach Palmyra und einige Einheimische befragen. Dies hatte aufgrund orientalischer Hilfsbereitschaft sofort Erfolg. Es kannte Jemand Jemanden, der Jemanden kannte, der diesen tollen Stoff haben könnte. Das Bremsflüssigkeitsorganisationsteam wurde nun getrennt und es ging auf dem Sozius eines Mopeds für ein Teammitglied in die lokale Werkstatt, wobei es vor Ort sofort köstlichen Tee gab und auch die gewünschte Bremsflüssigkeit konnte schnell gefunden werden.

Nach Rückkehr am lädierten Fahrzeug wurde dies wieder Startklar gemacht und es ging anschließend ins noch 230 km entfernte Damaskus. Dort angekommen gestaltete sich die Hotel- und Parkplatzsuche aufgrund der überfüllten Hotels nicht einfach. Im sechsten Anlauf fanden wir jedoch eine Unterkunft für die nächsten beiden Nächte.

Ziemlich geschafft erfuhren wir, dass die Rallyeorganisation an selbigen Abend noch ein Bad in einem orientalischen Hamam anbot. Neugierig auf diese orientalisch-muslimische Tradition zogen vier von uns noch einmal los. Es lohnte sich - Dampfbad, Massage und anschließend Wasserpfeife, darüber hinaus scheinbar konservative Muslime, die sich kichernd gegenseitig - und uns - mit Wasser bespritzten und - ebenfalls gegenseitig - die überflüssige Körperbehaarung entfernten. Bestens gereinigt und noch einmal durch einen mitternächtlichen Imbiss gestärkt, endete der Tag gegen 2.00 Uhr.

Dienstag, 12. Mai 2009

keine Bilder und späte Post´s

Leider ist die Internetabdeckung in einigen Teilen der durchreisten Länder recht dürftig. Daher auch die etwas spätere Einstellung der Bilder.

Wir hoffen euch macht das Lesen trotzdem Spaß...

Tag 8

Nachdem wir uns für die überaus freundliche Betreuung im Hotel mit ein paar Dollars bedankten, wurde uns jede Tasche einzeln ins Auto getragen und wir parkten die Wagen um. Am Abend ist es so voll in den Straßen, dass es nicht möglich war zusammenhängende Parkplätze zu ergattern.

Beim Umparken des Kombi stellten wir – oh Schreck – fest, dass der Kühlerschlauch über Nacht geplatzt ist, scheinbar war der Kühlkreislauf nach der zügigen Fahrt gestern so heiß und unter Druck, dass der Schlauch seinen Dienst quittierte. Zum Glück war unser Hotel im genau richtigen Viertel der Teile- und Werkzeughändler (in Aleppo war ist die ganze Stadt nach Branchen eingeteilt und die Konkurrenz konzentriert sich auf ein paar Straßenzüge). Als halb elf die Läden nach und nach öffneten, wurde uns wieder mal die ganze Freundlichkeit der Einheimischen zu Teil: Nach kurzer Suche in einer riesigen Kiste mit einer Mischung verschiedenster neuer und gebrauchter Formschläuche war der passende gefunden. Für 3 Dollar gab es die passenden Schellen noch mit dazu und das Problem war in null-komma-nix behoben.

Die Suche nach ein paar syrischen Pfund erwies sich da als schwieriger: Kein Automat in der Stadt wollte uns mit den Papierscheinchen, die nach 3 Jahren schon aussehen, als wären sie aus dem vorletzten Jahrhundert, versorgen. So tauschten wir ein paar Euro, die sich nun langsam dem Ende neigen, die restliche Reise muß dann wohl mit Dollar bezahlt werden.

Wir blieben noch etwas in Aleppo und schlenderten über den Suq (Basar). Eine mittelalterliche Marktstraße ohne Tourismus. Die dort feilgebotenen Waren erreichten (fast) das ganze Spektrum eines deutsche Karstadt-Kaufhauses. Insbesondere die Fleischabteilung erweckte unseres Interesse, schmälerte aber den Appetit.
Gerüche war unsere intensivste Sinneswahrnehmung. Ziegenfleisch, Gewürze, Packesel, Abgase der Mopeds und allerlei anderes Gerüche bestimmten das feuchtwarme Klima in den Suqs. Wir bestiegen anschließend die berühmte Zitadelle und genossen den Ausblick über die Stadt.

Nach dem Rückweg durch die Altstadt entzogen sich die Autos leider schon wieder ihrer vorgesehenen Aufgabe. In unserer Abwesenheit wurden die Wagen mit Radkrallen am Fortfahren gehindert. Wir hatte die bezahlte Parkzeit etwas überschritten und erst nachdem wir das doppelte der fälligen Parkgebühr bezahlt hatten, wurden die Krallen vom freundlichen Polizisten entfernt. Die Anwohner entschuldigten sich und wir fuhren zum örtlichen Flughafen um uns mit frischem Bargeld zu versorgen. Nachdem das kostenlose Parken verhandelt (das musste später übrigens noch mal neu verhandelt werden) war, begaben wir uns unterstützt von einheimischen Taxifahrern (die, wie auch alle anderen, die wir trafen, mindestens einen Bruder in Deutschland haben) an den Wechselschalter. Nachdem wir auf dem anscheinend kombinierten Zivil- und Militärflughafen einer Mig mit Nachbrenner beim Starten beiwohnten, erklärten uns die Taxifahrer noch den Weg nach Palmyra.

Wir stoppten auf dem Weg an der alten Kreuzritterburg Krak Des Chevaliers. Von dieser beeindruckend gut erhaltenen Burganlage hatte man einen wundervollen Blick bis ans Mittelmeer und in den Libanon. Nach dem Abstieg wollten wir dem freundlichen alten Mann, der in der Zwischenzeit die Autos bewacht hat, ein paar Pfund als Dank zustecken, er weigerte sich jedoch und betont, nicht untypisch für Syrien, dass es für Ihn eine Ehrensache sei und lehnt das Geld ab.

Da der Tag schon recht weit fortgeschritten war und die Strecke nach Palmyra durch die Wüste keine Autobahn ist, setzten wir uns zügig in Bewegung. Mit recht hoher Reisegeschwindigkeit ging es über leere Straßen hinein in die sich langsam verdunkelnde Wüste. Auf der ganzen Strecke musste außer bei zwei Hunden nur wenig gebremst werden und umso größer war der Schreck als wir an einem Militär Checkpoint welcher nur mit LED-Taschenlampen vorbildlich ausgeleuchteten war (wir dachten es kommen uns Fahrräder entgegen) mit 140 km/h folgenlos (die Soldaten waren schwer bewaffnet, dies sahen wir erst sehr spät) vorbei fuhren. Als wir dann kurz vor Palmyra auch noch eine Tankstelle entdeckten, fiel uns ein Stein vom Herzen, sonst wäre es eng geworden bei der Weiterreise. Die Tankstelle sollte übrigens später noch eine entscheidende Rolle spielen. Gleich das erste Hotel im Ort, vor dem wir einen Rallyewagen entdeckten, war unser. Wir handelten einen Top-Preis für die letzten beiden Zimmer (es kam später noch ein Team, die dann die wirklich 2 letzten Zimmer bekamen) aus und wir checkten ein. Die sanitären Einrichtungen waren wieder mal sehr gewöhnungsbedürftig und die Zimmertür ließ sich nicht verschließen, dafür gab es aber Bier beim Hotelier, was im Orient eher die Ausnahme ist. Wir ließen den Abend bei Bier und Zigarrre mit 2 anderen Rallye-Teams gemütlich ausklingen. Leider war der Geräuschpegel zum Abend, insbesondere durch die Gäste, die nur ein Drittel des Preises für ein besseres Zimmer bezahlt hatten, zu hoch und so sah sich der grimmige Mitreisende genötigt mit Nachdruck für Ruhe zu sorgen.

Tag 7





Der Ort, in dem wir erwachten, sah auch bei Tageslicht nicht hübscher aus und der Hotelier erwies sich als ungeduldiger und wenig verständnisvoller Zeitgenosse! Besorgt um seine Handtücher und Decken versüßte er uns den Morgen und wir verließen das Etablissement zügiger als geplant in Richtung Syrien. Anzumerken bleibt, dass wir (wie immer) natürlich das letzte Team waren, das abreiste, die Anderen schienen den Hahn besser gehört zu haben. Wie versäumten wieder mal eine Aufgabe aus dem Roadbook und rasten über die bestens ausgebauten Autobahnen und für faire Mautgebühren in Richtung Syrien.

Wir stoppten unterwegs nur für Film- und Fotoaufnahmen, um die Bedürfnisse der Wagen nach Sprit und Öl zu befriedigen und für eine vorzügliche Mahlzeit vom Grill. Diese genossen wir am Wegesrand und freuten uns über die freundlichen Einheimischen. Man kann allerdings keine Siesta machen, wenn jeder Vorbeifahrende hupt und grüßt!

Zum späten Nachmittag zeigten sich zum ersten Mal die Lorbeeren der regelwidrigen Autobahnbenutzung und der ausgelassenen Aufgaben! Wir erreichten als allererstes Rallyeteam die türkisch-syrische Grenze. Nachdem wir uns an einem Meer aus LKW´s vorbei gedränglet hatten erreichten wir das verschlossene Eisentor der Türkischen Grenze. Nach kurzer Ratlosigkeit öffnete er sich jedoch für uns und die türkischen Ausreisformalitäten waren mit nur 2 Stempeln schnell erledigt. Sogar die unauffällige Zollbeamtin bestätigte uns auch die Ausfuhr der Fahrzeuge und in einem Duty-Free-Shop der 4 mal mehr Mitarbeiter als Kunden (wir waren die einzigen) hat entledigten wir uns der letzten Türkischen Lira und tauschten diese gegen 10 Flaschen Coca-Cola (was sonst! ;-)).

Nach der Fahrt durchs Niemandsland vorbei an bis an die Zähne bewaffneten Soldaten, ausgebrannten Autowracks, nagelneuen Reisebussen und einem verunglückten LKW erreichten wir die syrische Grenzabfertigung. Mit der Unterstützung eines vom OK angeheuerten Einheimischen gingen die Formalitäten sehr schnell über die Bühne: Man musste nur zu ca. 15 verschiedenen Personen und dem Chef der Grenzabfertigung persönlich sowie in jedem Fenster und an jedem Schreibtisch ein paar Scheine der verschiedensten Währungen (wir haben wirklich Dollar, Euro und Syrische Pfund parallel ausgegeben) hinterlassen. Zwischenzeitlich traf auch noch ein Rallyeteam an der Grenze ein und wir unterstützen nach bestem Wissen und Gewissen. Nach nur 2,5h (es war wirklich nichts los und wir die ersten und bis dahin einzigen „Kunden“), ca. 220 Euro und 2 Taschenlampen konnten wir endlich den Grenzposten in Richtung Aleppo verlassen und dachten voller Mitleid an die später ankommenden Teams. Wie wir später erfuhren waren 10h Wartezeit keine Ausnahme.

In Syrien wurde der Straßenzustand schlechter und das Fahrverhalten der Einwohner führte uns in eine neue Dimension des Autofahrens.
In Aleppo fanden wir nach kurzer Suche eine sehr angenehmes (das beste seit Ungarn) Hotel für einen angemessenen Preis und quartierten uns in 2 Zimmern ein. Das Personal war überaus freundlich und wir fühlten uns wenigstens ansatzweise wie Könige. Ein abendlicher Spaziergang mit Menü vom Straßenimbiss und dem Besuch des Trainingslagers des 1. FC Aleppo auf dem Marktplatz rundete die Sache vorzüglich ab. Unter den wachsamen Augen des Staatspräsidenten welcher gut sichtbar an jedem Haus, Geschäft und öffentlichen Platz von Plakaten strahlte gingen wir dann zur späten Stunde zurück zum Hotel.

Tag 6


Etwas übernächtigt brachen wir später als alle anderen Teams vom Hostel auf. Nachdem die Unstimmigkeiten über die Höhe der Rechnung geklärt und diese beglichen war, machten wir uns auf zum 1. Checkpoint in Istanbul. Das Fahrtraining in Berlin und Dresden machte sich nun bezahlt. Wir waren leider etwas spät dran und der Checkpoint nicht mehr besetzt. Als letztes Team erreichten wir aber Checkpoint 2 an der Blauen Moschee und trafen dort auf das Organisationskomitee. Nach ein bisschen Small-Talk ging es über den Bosporus in den asiatischen Teil der Türkei. Welcome to Asia!

Die Willkommenfreude währte allerdings nur kurz denn wir wurden jäh an der Mautschranke gestoppt. Keine Möglichkeit ohne elektronisches Mautsystem den Wegezoll zu begleichen. Im benachbarten Autobahnpolizeirevier fanden wir dann eine Möglichkeit eine Mautkarte zu erwerben. Nach einigen hin und her gelang uns dies dann auch. Über hervorragend ausgebaute und überwiegend menschenleere Autobahnen ging es wieder mal zügig voran. Auf dem Weg in den Süden stoppten wir bei einem hypermodernen Supermarkt und versorgten uns mit dem nötigsten für die noch vor uns liegende Strecke. Ich glaube die Verkäuferin hat selten einen großen Einkaufswagen voller Bierdosen an der Kasse und bemühte den Kollegen zum Zählen. Nachdem die üppige Rechnung beglichen war, genossen wir noch die anderen Annehmlichkeiten der nagelneuen Shoppingmall und freundeten uns mit dem freundlichen Parkplatzwärter an.

Es ging weiter in Richtung Ankara und wir stoppten unterwegs am idyllischen Schnellstraßenrand um dort ein paar treue Begleiter, genannt Bratwurst, von den Reisequalen zu erlösen. Die bedingungslose Unterstützung durch die türkische Sonne erschwerte die Weiterreise und so dösten wir, den einheimischen Vorbildern folgend, noch etwas in der Sonne.

Es folgte eine Stadtrundfahrt durch Ankara und wir machten anschließend noch ordentlich Meter auf dem Weg in Richtung Süden. Zur Nacht stiegen wir als 3. Rallyeteam im besten (und einzigen) Hotel am Ort ab. Es war eine gespenstische Szene, Militärtransporter rollten unter dem Ruf des Muezzim durch (vom Kebapgrill) in schwarzen Rauch gehüllte Straßen. Die Verhandlung über Bettenanzahl und Zimmerpreis gestalteten sich schwierig. Ein der deutschen Sprache mächtiger Anwohner unterstützte uns mit allen Kräften und so checkten wir ein. Für ca. 1h ging sogar des WLAN, das tröstete etwas über die katastrophalen Sanitäreinrichtungen hinweg.