Donnerstag, 14. Mai 2009

Tag 11

Am heutigen Tage schrillte der Wecker bereits um 6.00 Uhr in der Frühe. Wir wollten die syrisch-jordanische Grenze vor den anderen Rallyeteams nehmen, um lange Wartezeiten zu verhindern. So rollten wir dann auch pünktlich 7.15 Uhr ohne Frühstück und mit knurrenden Mägen vom Parkplatz unserer Herberge. Frohlockend über die leeren und ungewöhnlich hupkonzertarmen Straßen sahen wir uns schon gegen 8.00 Uhr an der Grenze. Dies stellte sich jedoch schnell als Trugschluss heraus, denn wir hatten die Rechnung ohne das planlose Wirrwarr der syrischen Hauptstadt gemacht. Der nicht verständliche bzw. geordnete arabische Schilderwald stimmte nicht mit unserem Kartenmaterial überein und so fanden wir uns recht bald in einer zwar malerischen aber uns nicht bekannten dörflichen Gegend weit vor den Stadttoren von Damaskus ohne wirklichen Anhaltspunkt wieder.

Aber auch half uns die freundliche und neugierig gewordene Bevölkerung. Ein überaus hilfsbereiter Bewohner, der – wie das Lausitzer Zweitfahrzeug feststellen konnte – seine Pistole in flotter John-Wayne-Manier lässig im hinteren Hosengürtel trug, stieg flux und ohne zu zögern bei und ins Führungsfahrzeug ein und wies uns ca. 35 km zielsicher den Weg zur Autobahn gen Grenzübergang.

Diese erreichten wir dann auch fast pünktlich um 10.30 Uhr. Das frühe Aufstehen hatte sich also gelohnt, denn wir waren nicht das letzte Team, das die jordanische Grenze um 17.30 passieren durfte, sondern das vorletzte! Dies wiederum sorgte beim Schlusslicht für einigen Unmut.

Davor lagen 5 Stunden unverständlicher Behördenwege, um insbesondere an alle Stempelchen des syrischen Zolls zu kommen. An der folgenden jordanischen Grenzabfertigung nahm uns dies glücklicherweise das einheimische Rallye-Organisations-Komitee ab, sodass wir „nur“ (ab-)warten mussten.

Wir verabschiedeten uns also ein letztes Mal von den uns schon liebgewonnenen allgegenwärtigen Großplakaten des syrischen Präsidenten, um sofort auf jordanischer Seite solche des einheimischen Königshauses wiederzufinden, wobei uns schon bei Einreise freudig mitgeteilt wurde, dass Jordanien ja „a free country“ sei…

Diese Freiheit genießend zog es uns nun zur letzten Prüfung des offiziellen Teils der Rallye. Diese sah Rennen mit Zeitnahme in der jordanischen Wüste vor. Dabei galt es schnell einige Hindernisse zu umkurven. Diese Aufgabe wurde unsererseits unter mächtigem „Staubaufwirbeln“ mit Bravour gemeistert.

Die darauf folgenden Wüstenrunden im Freistil überstand unser „Sorgenkind“ jedoch nicht. Der Kühlerstutzen hielt den Strapazen nicht stand und brach. Dies bedeutete das vorläufige Todesurteil für den liebgewonnenen grünen Teamkollegen. Dieser musste nun unter Tränen des Abschieds in der Wüste zurück gelassen werden. Er wurde übergeben und wird in den nächsten Tagen für den guten Zweck verkauft … Ebenso wurde Korki – unsere Korkenzieherweide – übergeben und wird ab nun ein neues zu hause in der jordanischen Erde haben.

Unser Silberner hatte also ab diesem Zeitpunkt zwei weitere stattliche Recken und etwas mehr an Gepäck an Bord. Es hieß also: zusammenrutschen auf der Rückbank …
Mit also nunmehr nur einem Wagen sollte es nun gegen 18.15 Uhr noch ans Tote Meer zum Hotelsuchen und natürlich Baden gehen. Aufgrund der fürstlichen Unterkunftspreise auf Öl-Scheich-Niveau rund ums Tote Meer entschieden wir uns „kurzer Hand“ gegen 22.00 Uhr doch im nahe gelegenen Amman eine Unterkunft zu suchen. Gegen 22.30 Uhr hatten wir dann auch eine fürstliche Residenz gefunden, die wir uns lediglich mit einigen Schabenuntermieterinnen im Bad teilen mussten.

Nachdem wir uns noch einen Mitternachtssnack einheimischer Art beim örtlichen Fastfood-Verkäufer um die Ecke organisiert hatten, - (es stellte sich später als gebratene Leber in Teigtaschen heraus, woraufhin einige Lausitzer sich entschieden zu fasten und nur das allabendliche türkische Efes zu genießen) – ging es in die verdiente Nachtruhe …

1 Kommentar:

  1. herzliches beileid zum vorläufigen ableben vom grünen teamkollegen..........und glückwunsch zum erreichten ziel amman.toi, toi, toi von andreas und michas großmutter aus weifa

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