
Beim Umparken des Kombi stellten wir – oh Schreck – fest, dass der Kühlerschlauch über Nacht geplatzt ist, scheinbar war der Kühlkreislauf nach der zügigen Fahrt gestern so heiß und unter Druck, dass der Schlauch seinen Dienst quittierte. Zum Glück war unser Hotel im genau richtigen Viertel der Teile- und Werkzeughändler (in Aleppo war ist die ganze Stadt nach Branchen eingeteilt und die Konkurrenz konzentriert sich auf ein paar Straßenzüge). Als halb elf die Läden nach und nach öffneten, wurde uns wieder mal die ganze Freundlichkeit der Einheimischen zu Teil: Nach kurzer Suche in einer riesigen Kiste mit einer Mischung verschiedenster neuer und gebrauchter Formschläuche war der passende gefunden. Für 3 Dollar gab es die passenden Schellen noch mit dazu und das Problem war in null-komma-nix behoben.
Die Suche nach ein paar syrischen Pfund erwies sich da als schwieriger: Kein Automat in der Stadt wollte uns mit den Papierscheinchen, die nach 3 Jahren schon aussehen, als wären sie aus dem vorletzten Jahrhundert, versorgen. So tauschten wir ein paar Euro, die sich nun langsam dem Ende neigen, die restliche Reise muß dann wohl mit Dollar bezahlt werden.
Wir blieben noch etwas in Aleppo und schlenderten über den Suq (Basar). Eine mittelalterliche Marktstraße ohne Tourismus. Die dort feilgebotenen Waren erreichten (fast) das ganze Spektrum eines deutsche Karstadt-Kaufhauses. Insbesondere die Fleischabteilung erweckte unseres
Gerüche war unsere intensivste Sinneswahrnehmung. Ziegenfleisch, Gewürze, Packesel, Abgase der Mopeds und allerlei anderes Gerüche bestimmten das feuchtwarme Klima in den Suqs. Wir bestiegen anschließend die berühmte Zitadelle und genossen den Ausblick über die Stadt.
Nach dem Rückweg durch die Altstadt entzogen sich die Autos leider schon wieder ihrer vorgesehenen Aufgabe. In unserer Abwesenheit wurden die Wagen mit Radkrallen am Fortfahren gehindert. Wir hatte die bezahlte Parkzeit etwas überschritten und erst nachdem wir das doppelte der fälligen Parkgebühr bezahlt hatten, wurden die Krallen vom freundlichen Polizisten entfernt. Die Anwohner entschuldigten sich und wir fuhren zum örtlichen Flughafen um uns mit frischem Bargeld zu versorgen. Nachdem das
kostenlose Parken verhandelt (das musste später übrigens noch mal neu verhandelt werden) war, begaben wir uns unterstützt von einheimischen Taxifahrern (die, wie auch alle anderen, die wir trafen, mindestens einen Bruder in Deutschland haben) an den Wechselschalter. Nachdem wir auf dem anscheinend kombinierten Zivil- und Militärflughafen einer Mig mit Nachbrenner beim Starten beiwohnten, erklärten uns die Taxifahrer noch den Weg nach Palmyra.Wir stoppten auf dem Weg an der alten Kreuzritterburg Krak Des Chevaliers. Von dieser beeindruckend gut erhaltenen Burganlage hatte man einen wundervollen Blick bis ans Mittelmeer und in den Libanon. Nach dem Abstieg wollten wir dem freundlichen alten Mann, der in der Zwischenzeit die Autos bewacht hat, ein paar Pfund als Dank zustecken, er weigerte sich jedoch und betont, nicht untypisch für Syrien, dass es für Ihn eine Ehrensache sei und lehnt das Geld ab.
Da der Tag schon recht weit fortgeschritten war und die Strecke nach Palmyra durch die Wüste keine Autobahn ist, setzten wir uns zügig in Bewegung. Mit recht hoher Reisegeschwindigkeit ging es über leere Straßen hinein in die sich langsam verdunkelnde Wüste. Auf der ganzen Strecke musste außer bei zwei Hunden nur wenig gebremst werden und umso größer war der Schreck als wir an einem Militär Checkpoint welcher nur mit LED-Taschenlampen vorbildlich ausgeleuchteten war (wir dachten es kommen uns Fahrräder entgegen) mit 140 km/h folgenlos (die Soldaten waren schwer bewaffnet, dies sahen wir erst sehr spät) vorbei fuhren. Als wir dann kurz vor Palmyra auch noch eine Tankstelle entdeckten, fiel uns ein Stein vom Herzen, sonst wäre es eng geworden bei der Weiterreise. Die Tankstelle sollte übrigens später noch eine entscheidende Rolle spielen. Gleich das erste Hotel im Ort, vor dem wir einen Rallyewagen entdeckten, war unser. Wir handelten einen Top-Preis für die letzten beiden Zimmer (es kam später noch ein Team, die dann die wirklich 2 letzten Zimmer bekamen) aus und wir checkten ein. Die sanitären Einrichtungen waren wieder mal sehr gewöhnungsbedürftig und die Zimmertür ließ sich nicht verschließen, dafür gab es aber Bier beim Hotelier, was im Orient eher die Ausnahme ist. Wir ließen den Abend bei Bier und Zigarrre mit 2 anderen Rallye-Teams gemütlich ausklingen. Leider war der Geräuschpegel zum Abend, insbesondere durch die Gäste, die nur ein Drittel des Preises für ein besseres Zimmer bezahlt hatten, zu hoch und so sah sich der grimmige Mitreisende genötigt mit Nachdruck für Ruhe zu sorgen.
تذكر أن تطلب فرض عقوبات قاسية في هذه يا لطيف ما بين البلدان.
AntwortenLöschenأنا لست أنت ، وجلب الماء!
وقبل وقف أي تدابير.
تحية من لايبزيغ..
Grüße aus Leipzig ;-)