Donnerstag, 14. Mai 2009

Tag 9




Wir begannen den neuen Tag in aller Ruhe mit einem ausgiebigen Frühstück, auch der temporäre Stromausfall konnte uns nicht daran hindern. Nachdem in Ruhe zusammengepackt war, ging es für ein kurzes Stück hinein in die Wüste.

Wir fuhren eine große Runde um die Burg in Palmyra, die Wagen machten sich auch über Stock und Stein prächtig, wobei ein Halt eingelegt wurde und zwei Teammitglieder das blechende Gefährt für einige Kilometer gegen ein Wüstenschiff (Kamel) tauschten. Eines davon zeigte sich besonders störrisch und wollte den sächsischen Gast nicht mehr gehen lassen. Ganz klar, war ja auch ein Casanova.

Nach einigen nachträglichen Verhandlungen über die Unkosten dieses Ausrittes besichtigten wir die angesprochene Zitadelle vom Nahen. Der einheimische Burgführer erklärte uns auf arabisch - und glücklicherweise mit Händen und Füßen - die Geschichte und die verschiedenen Einrichtungen dieser durch die Zeichen der Zeit geprägten Burganlage.

Danach besuchten wir die Oase „Kathans Garten“ und bestiegen - zumindest der schwindelfreie Teil des Teams - die örtliche metallene Wetterstation, wovon man einen herrlichen Ausblick über die Palmen der Oase hinweg über die Ruinen des alten Palmyra hatte.

Diese waren – nachdem wir mit Tee und Datteln vom äußerst gastfreundlichen syrischen Jörg Kachelmann bestens versorgt wurden – unser nächstes Ziel. In der beeindruckenden zerfallenen steinernen Stadt wandelnden wir zwischen vorbeifahrenden Motorrädern (!) der örtlichen Händler über die alten zumeist römischen Ruinen …

Daraufhin sollte uns nach Tankstopp der Weg schnellstmöglich nach Damaskus führen. Unser grünes Sorgenkind bekam noch einmal etwas Bremsflüssigkeit und Korki etwas Licht und frisches Wasser. Einige Kilometer später wurde deutlich, dass sich der Bremsweg des „Grünen“ auf Schotterstraße doch erheblich verlängert hatte. Deutlichstes Zeichen dafür war eine zerstörte rechte Nebelleuchte vorn rechts beim „Grünen“ und auf gleicher Höhe eine Beule bei unserem Führungsfahrzeug an der Heckklappe. Dies hieß für unsere findigen Mechaniker, dass der hintere Bremskreislauf nun abgeklemmt werden müsste. Dieses wurde sofort in die Hand genommen. Ab jetzt sollte die Bremse keine größeren Probleme mehr machen, aber trotzdem für gelegentliche Adrenalinstöße bei den Insassen des "Grünen" sorgen.

Nach dem Entlüften der Bremse wurde neue Bremsflüssigkeit benötigt. Woraufhin zwei Teammitglieder sich um deren Organisation bemühten. Die nahe Tankstelle hatte dies natürlich nicht vorrätig. So hieß es zurück nach Palmyra und einige Einheimische befragen. Dies hatte aufgrund orientalischer Hilfsbereitschaft sofort Erfolg. Es kannte Jemand Jemanden, der Jemanden kannte, der diesen tollen Stoff haben könnte. Das Bremsflüssigkeitsorganisationsteam wurde nun getrennt und es ging auf dem Sozius eines Mopeds für ein Teammitglied in die lokale Werkstatt, wobei es vor Ort sofort köstlichen Tee gab und auch die gewünschte Bremsflüssigkeit konnte schnell gefunden werden.

Nach Rückkehr am lädierten Fahrzeug wurde dies wieder Startklar gemacht und es ging anschließend ins noch 230 km entfernte Damaskus. Dort angekommen gestaltete sich die Hotel- und Parkplatzsuche aufgrund der überfüllten Hotels nicht einfach. Im sechsten Anlauf fanden wir jedoch eine Unterkunft für die nächsten beiden Nächte.

Ziemlich geschafft erfuhren wir, dass die Rallyeorganisation an selbigen Abend noch ein Bad in einem orientalischen Hamam anbot. Neugierig auf diese orientalisch-muslimische Tradition zogen vier von uns noch einmal los. Es lohnte sich - Dampfbad, Massage und anschließend Wasserpfeife, darüber hinaus scheinbar konservative Muslime, die sich kichernd gegenseitig - und uns - mit Wasser bespritzten und - ebenfalls gegenseitig - die überflüssige Körperbehaarung entfernten. Bestens gereinigt und noch einmal durch einen mitternächtlichen Imbiss gestärkt, endete der Tag gegen 2.00 Uhr.

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